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Wehlan übers Land

Traditionelle Sommertour durch den Wahlkreis auch 2013

Gespräche auf dem Dorfanger ...
... und in der Kirche in Ilmersdorf
Der Bürgermeister hat das Wort: Gespräch mit David Kaluza in Niederer Fläming
Ausstellungseröffnung des Landesbauernverbandes
Zukunft: Nach der Ausbildung ist Sascha jetzt Angestellter in der Süßmost- und Weinkelterei in Hohenseefeld
Infostand in Hohenseefeld

Auch in diesem Jahr ging es wieder auf Landtour, um mit Bürgern und Amtsträgern über die aktuelle Politik im Land wie auch im Kreis ins Gespräch zu kommen. Dabei wurden keine Themen ausgespart – auch unliebsame nicht, wie beispielsweise die Windkraftentwicklung, die besonders im Süden des Landkreises Teltow-Fläming für Proteste und Einwände sorgt. Und so war es auch heute, ob in Ilmersdorf auf dem Dorfanger und in der Kirche mit Bürgermeister, Pfarrer und Gemeindevertreter, im Bürgermeistergespräch in der Gemeinde Niederer Fläming, oder am Infostand in Hohenseefeld – Windräder außerhalb der geplanten Windeignungsgebiete im Regionalplan will keiner haben. Hier steht die Erwartung das EEG diesbezüglich zu ändern.

Aber auch die aktuellen Diskussionen zur Gemeindegebietsreform waren Thema: Großkreise werden abgelehnt und auch die Auflösung des Amtes Dahme/Mark. Und natürlich die Landratswahl im Kreistag …

Bei der Eröffnung der Wanderausstellung des Landesbauernverbandes in der Gemeindeverwaltung Niederer Fläming mit den prämierten Fotos über das Leben im ländlichen Raum war die aktuelle Agrarpolitik Thema. Dazu wurde mit der Geschäftsführung der Agrargenossenschaft Welsickendorf ein weiterer Termin vereinbart. Bei der Süßmost- und Weinkelterei in Hohenseefeld unterzeichnete die Geschäftsführung bei unserer Ankunft gerade den Arbeitsvertrag mit dem Azubi und nun Angestellten Sascha. Fast alle Fächer wurden mit der Note 1 abgeschlossen. Ein wahrer Zugewinn für das Unternehmen und die ländliche Region.

Kornelia Wehlan

Fortsetzung der Landtour

Im Rathaus unterwegs ...
Baubesichtigung mit dem Bürgermeister in Jüterbog
vor dem alten Kino
früher Schule, heute Pflegestützpunkt - Niedergörsdorf
Sport auch im Alter!
Mit Bürgermeister Rauhut im Gespräch

Auch heute ging es wieder übers Land und die erste Station war Jüterbog. Da der Bürgermeister Herr Raue noch in einem etwas länger dauernden Termin mit dem Landesamt für Bauen war, konnte ich noch ein bisschen das über 500 Jahre alte Rathaus erkunden. Gleich rechts neben dem Bürgermeisterzimmer eine Tür, die in den Turm führt. Geht man heute diesen Gang hinauf, so die Sekretärin, kommt man zum Kämmerer der Stadt. Ja, die Finanzen muss man schön zusammenhalten und schützen …
Der Bürgermeister informierte über die aktuellen Projekte in der Stadt, wie den Neubau der Kita und den Kauf des Grundstückes altes Kino „Schauburg“ - alles denkmalgeschützte Häuser mit den entsprechenden Auflagen. Wir machten einen Stadtrundgang dahin. Kurz hinter dem Kino die alte Polizeiwache, die noch zu Schönbohms Zeiten geschlossen wurde. Kein schöner Anblick: zerbrochene Fensterscheiben, der Verfall schaut aus dem Mauerwerk und alles in privater Hand. Das macht der Stadt Probleme. Dann das Mittagessen im Schmied zu Jüterbog. Eine leckere Speisekarte … Kann ich nur empfehlen.
Ja, das mittelalterliche Jüterbog ist immer eine Reise wert.

Weiter ging es nach Niedergörsdorf. Zuerst ein Besuch in der alten Grundschule – heute Friseur und Pflegeheim. Alles noch gut im Betrieb – ein Plausch mit den Pflegebeschäftigten und im Friseur nebenan. Wir wünschten uns zum Abschied Gesundheit und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel. Der Treff fürs nächste Jahr im Sommer wurde verabredet.
Dann, nur ein paar Schritte weiter an der Turnhalle die Sportgruppe Niedergörsdorf. Die Jüngste ist 49 – die Älteste ist 80 Jahre. Gemeinsam mit ihrer Physiotherapeutin werden Dehnübungen, Geschicklichkeit und ein bisschen Ausdauer absolviert. Bei den Temperaturen – Hut ab. Ein kleiner Smalltalk war auch drin und so erfuhr ich, dass Frauen auch im Pflegeheim ehrenamtlich helfen. Sie fahren mehrmals in der Woche die Pflegebedürftigen mit ihren Rollstühlen aus, erzählen mit ihnen und werden regelrecht erwartet.
Zum Abschluss: Bürgermeistergespräch mit Herrn Rauhut. Natürlich war die Landratswahl im Kreistag Thema, aber auch die Bürgermeisterwahl in Niedergörsdorf, die mit der Bundestagswahl stattfindet. Weitere Themen waren die Verjährungsregelung zu den altangeschlossenen Grundstücken beim Abwasser, der Ausgleichsfond für die Kommunen und die aktuellen Diskussionen zur Gemeindegebietsreform. Schnell noch ein freundliches Hallo bei Frau Schlanke in der Gemeindeverwaltung und dann ging es wieder Richtung Luckenwalde.

Kornelia Wehlan

Tag drei der Landtour

Dritter Tag der Landtour 2013 ging wieder quer über die Dörfer im Süden Teltow-Flämings

Unterwegs vor Ort
Gespräch im Gasthof Witte
Station war auch bei "Firma sausetritt"
Alles Holz bei sik-Holz
Spontan-Gespräche gab es auch
Gedankenaustausch mit Bernd Dieske
Ein schöner Tagesabschluss

Heute ging die Landtour von Oehna über Langenlipsdorf nach Welsickendorf. In Oehna angekommen, wurde die Tasche geschultert und ab ging’s durchs Dorf. Beim Gasthof Witte war der Hofgarten schon geöffnet. Günstig am Skater-Rundkurs gelegen wartete man bereits auf die ersten Gäste. In diesem Jahr sind es weniger, wie die Chefin sagte, vielleicht die lange Regenzeit, die doch stärker in sicher warme Urlaubsgebiete treibt.
Gegenüber bei der „Firma sausetritt“, werden Liegeräder zur Ausleihe angeboten. „Vier Jahre muss man in dieser neuen Branche durchhalten, dann müsste es sich aber langsam tragen“, so Herr Stahlberg. Er erzählte über die großen Anstrengungen die gemeinsam im Dorf unternommen werden, um zu werben und sich gemeinsam besser zu vermarkten. Bildhauer, Grafiker, Pensionen, Gaststätte, das Freibad, der Bahnhof – all das ist gut, um Touristen nach Oehna zu locken. Neun Werberäder sollen eigens dazu aufgestellt werden.

Von Oehna geht’s nach Langenlipsdorf zu Sik-Holz. Seit 25 Jahren besteht der Betrieb, hat 200 Mitarbeiter und stellt Spielgeräte aus Rubinienholz her und das für Spielplätze auf der ganzen Welt. Auch heute waren Kunden aus Frankreich da. Noch ein kleiner Imbiss in der Kantine und ein Schwätzchen mit der Chefin, die schon seit 18 Jahren dort arbeitet. Dann ging es weiter durchs Dorf.
Hier hielt schon ein älterer Herr mit Moped nach uns Ausschau. Schnell waren wir im Gespräch und er lud uns in sein Traditionszimmer ein. Hier erschloss sich ein Bild aus längst vergangener Zeit. Alte Urkunden und Bilder, Uniformen, Wanderfahnen, Brigadebücher … "Zukunft braucht Geschichte", waren seine Worte. Wir können doch nicht alles auf den Müll schmeißen.
Gleich nebenan ist ein Bauunternehmen, das sich auch schon viele Jahre am Markt behauptet und wichtiger Arbeitgeber aber auch Sponsor für Kultur und Sport in der Region ist. Bauunternehmer und Obermeister der Innung, Bernd Dieske, informierte über eine gute Auftragslage in diesem Jahr. „Wir zahlen einen Mindestlohn von 10,25 Euro – sind also besser als das Brandenburger Vergabegesetz“, so seine Worte. Probleme hat er mit Firmen, die über Werksverträge Ausschreibungsbedingungen unterbieten. Er würde sich hier ein schärferes Hinsehen von den Kommunen wünschen. Letztlich bleibt das Geld doch in der Region, wenn ich meine Arbeiter ordentlich entlohne und davon hat dann jeder was.

Von Langenlipsdorf ging es weiter nach Welsickendorf. Der LKW- und der Autoverkehr auf der Bundesstraße teilt das Dorf. Die Fahrzeugbelastung ist schon sehr hoch, erfahren wir von Familie Winzer. Aber dann sind wir ganz schnell bei den landwirtschaftlichen Themen, den aktuellen und für die örtliche Agrargesellschaft guten hohen Kartoffelpreisen, den Düngungsfragen heute und damals und der EU-Förderperiode. Herr Winzer war ein anerkannter Kartoffelspezialist und ich spürte schnell die alte Leidenschaft. Mit seinem Sohn und seiner Schwiegertochter habe ich in Cottbus studiert – unsere Jungs bekamen wir während des Studiums. Nun, keiner der Kinder hat einen Landwirtschaftsberuf ergriffen. Ja, die Fachkräftesicherung ist ein wichtiges Thema und besonders für den ländlichen Raum. Und so mancher Bauernhof wird nur noch allein bewirtschaftet - oder steht bereits leer.

Kornelia Wehlan

Und es ging weiter: Landtour mit Sprechstunde in Dahme

Waren dicht umringt: Konni Wehlan ...
... und auch der Infostand.
Sturmschäden ...
... contra Seelenruhe
Dorfkirche ...
... und Dorfteich in Heinsdorf

Im Rahmen meiner Über-Land-Tour ging es heute zur „Sprechstunde unter freiem Himmel“ auf den Dahmer Marktplatz. Schon um 8 Uhr war ein reges und buntes Markttreiben zu spüren. Wie immer postierten wir unseren Infostand neben dem Bäckerauto mit dem Blick zum Rathaus. Gleich nebenan die nette Frau aus Ilmersdorf, die immer, wenn der Garten was hergibt, frisches Gemüse anbietet. Auch heute gab es wieder unseren obligatorischen Plausch und ich war gleich im Bilde über alles, was im letzten Jahr so passierte. Die neue Hüft-OP, was die Enkelchen so machen und dass sie in der letzten Ferienwoche wieder bei Oma sein werden. Sie freue sich schon sehr darauf, auch, weil die Enkel sie jung halten. Und die Landratswahl, zweimal war sie nun wählen und alles für die Katz. Was wird denn nun mit der Wahl? Wird der Kreistag Sie wählen? Und Sie, Frau Wehlan, treten Sie an? Ja, das tue ich.
Nun noch den frischen Salat, die Kartoffeln und Bohnen gekauft und dann zur Sprechstunde. Na ja, eigentlich hatte sie ja längst begonnen, denn am Bäckerauto und Kaffeestand ging es munter weiter … Ganz interessiert kam ein Mann an unseren Tisch. Er wolle wissen, was DIE LINKEN denn so im Land bewegt haben und was denn nun beim Abwasser wird. Und eine Mutter, die voller Freude über die Ausbildungszusage für ihren Sohn erzählte und auch darüber, dass er dann die Region verlassen müsse. Ihr Sohn geht nun nach Berlin und ob er dann wohl wiederkommen würde … Aber ich denke positiv, erst einmal ist wieder eine Hürde genommen, sagt sie.
Was auffällt, die Buchhandlung am Markt ist nun geschlossen. Überhaupt haben sich schon viele Geschäftsinhaber rund um den Markt verabschiedet. Das bewegt die Menschen und die Frage, wie es mit ihrer Region weitergeht. Die Rückfahrt wähle ich nicht wie gewohnt über Jüterbog, sondern über Gebersdorf. Marktleute hatten über das schwere Unwetter berichtet. Die Bäume in der Schlossruine in Dahme wurden einfach umgeknickt. Auch die Bäume entlang der Straße zwischen Gebersdorf und Buckow waren betroffen. Die Beräumarbeiten liefen noch und besonders große Exemplare lagen mitten auf dem Maisfeld. Die Kühe auf der anderen Straßenseite ließen sich davon nicht stören …

In Heinsdorf angekommen, fällt sofort die Kirche in den Blick. 2007 begann der Förderverein das einzige Wahrzeichen des Ortes Heinsdorf wieder aufzubauen. Einige Meter entfernt der Dorfteich und dahinter der alte Gutshof, wo das Internat der Berufsschule des VEG Petkus untergebracht war. Hier lebte ich während meiner Lehre zum Agrotechniker/Mechanisator.

In Petkus war dann noch ein kurzer Zwischenstopp beim Ortsvorsteher, Helmut Werner, drin.

Kornelia Wehlan