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e-ticketing im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg

Kleine Anfrage an die Landesregierung zur Landtagssitzung am 2. und 3. Juni 2010

Aus der Antwort zur Anfrage 5/561 geht hervor, dass zur Einführung des e-ticketing im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg 6,8 Mio. Euro über Fördermittel des Bundes und des Landes Brandenburg zur Verfügung stehen, um flächendeckend in allen beteiligten Verkehrsunternehmen den Start des Systems zu realisieren. Ob die zur Verfügung stehenden Mittel für die Realisierung dieses Projekts ausreichen, erscheint zunächst zweifelhaft. Andererseits ergeben sich Fragen zur Relevanz der Umsetzung dieses Projekts in der Fläche des Landes Brandenburg und damit zur Zweckmäßigkeit der eingesetzten Mittel.

Ich frage die Landesregierung:

  1. Wie hoch sind die Kosten für Hard- und Software pro eingesetztem Fahrzeug im Land Brandenburg? Ist in diesem Zusammenhang eine betriebliche Schätzung realistisch, die von ca. 5.500,- € pro Fahrzeug einschließlich der Änderungen am Hintergrundsystem, Lizenzen usw. ausgeht?
  2. Wie viele Fahrzeuge müssen im Land Brandenburg mit dem entsprechenden System ausgerüstet werden? Hat die Landesregierung bzw. der VBB in diesem Zusammenhang eine konkrete Ermittlung der Kosten in den Unternehmen durchgeführt? Wurden weitere Kosten, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dieser Investition stehen ermittelt?
  3. Wie wird die Wirtschaftlichkeit des e-ticketing-Systems in Berlin fernen Regionen eingeschätzt? Wie werden sich dort insbesondere die erwarteten Fahrgastzuwächse (siehe Antwort auf Frage 1 und 2 der Kleinen Anfrage 5/561) entwickeln (Bitte aufgeschlüsselt nach Landkreisen und Kreisfreien Städten)? Welche Gesamtrechnung ergibt sich dadurch für die jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte in Gegenüberstellung der eingesetzten Mittel und der erwarteten Mehreinnahmen?
  4. Wie bewertet die Landesregierung die Frage der notwendigen Ersatzinvestitionen besonders in Hinblick auf die zukünftige Unterstützung durch das Land? Hat die Landesregierung eine qualifizierte Einschätzung über Kosten und Nutzen des Projekts e-ticketing im Hinblick auf die dauerhafte Finanzierung dieses Systems entwickelt und falls ja, welche Erkenntnisse wurden dadurch gewonnen?
  5. Wie bewertet die Landesregierung den Vorschlag, das e-ticketing ausschließlich für die Tarifzonen ABC für Berlin und das Berliner Umland einzusetzen?
  6. Wie setzt die Landesregierung in dieser Einschätzung das Projekt e-ticketing und dessen Kosten und Nutzen in ein Verhältnis zur sonstigen finanziellen Situation des ÖPNV im Land Brandenburg und dabei insbesondere zur Entwicklung des Alters der (nicht förderfähigen) Fahrzeugflotte?