Ein Teil unserer Geschichte
Gedenken zum 17. Juni im Luckenwalder Kreishaus; Ausstellung "Wir wollen freie Menschen sein" eröffnet; Vertreter der Linksfraktion im Kreistag Teltow-Fläming waren ebenfalls zugegen
"Als Landkreis wollten wir einen eigenen Punkt setzen, um dieses historischen Ereignisses zu gedenken", sagte der Kreistagsvorsitzende Christoph Schulze im Luckenwalder Kreishaus anlässlich des 60. Jahrestages des Volksaufstandes in der DDR. Dazu wurde die Ausstellung "Wir wollen freie Menschen sein" eröffnet. Diese kann noch bis Ende des Monats im Kreishaus besichtigt werden. Angesichts der rund 50 Anwesenden sagte Schulze: "Die meisten hier sind Nachgeborene, aber was damals passierte, ist unserer Geschichte."
Rüdiger Wenzke, wissenschaftlicher Direktor am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, sprach zum 17. Juni 1953. Er stellte die damalige Situation dar - beginnend mit der schlechten Versorgungslage und der allgemeinen Unzufriedenheit, nicht zuletzt in der Arbeiterschaft. Für ihn war die wirtschaftliche Lage Auslöser der Proteste, die als "mutiger Protest Berliner Bauarbeiter" begannen. Wenzke berichtete von den 100.000 Teilnehmern des Protests in Berlin, und von den 54 Toten, die letztlich zu beklagen waren. "Für das SED-Regime blieb der 17. Juni ein Trauma", stellte der Historiker fest. Für ihn ist es "einer der großen Tage der deutschen Freiheitsgeschichte".
Auch der Luckenwalder Zeitzeuge Martin Wartenberg kam bei der Eröffnung zu Wort. Schulze beschloss diese mit dem Appell, das Datum nicht in Vergessenheit geraten zu lassen: "Mit dieser Gedenkveranstaltung ist das Thema nicht beendet, sondern es soll ein Denkanstoß sein."
Dass die heutige Demokratie auch wehrhaft sein kann, zeigte sich, als ein lautstarker Zwischenrufer, der sich nicht beruhigen lassen wollte, von Schulze Hausverbot erhielt.
Ekkehard Freytag, Märkische Allgemeine Zeitung, Ausgabe vom 18. Juni 2013
