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Interview zur Landratswahl

Erschienen im Wochenspiegel am 10. April 2013

Mit welchem Gefühl gehen Sie in die Stichwahl?

Am 24. März standen fünf Bewerber zur Wahl. An diesem Tag haben über 40.000 Wählerinnen und Wähler im Landkreis Teltow-Fläming ihr Wahlrecht wahrgenommen. Fast 37 Prozent haben mir ihr Vertrauen gegeben. Das ist ein gutes Ergebnis auf das ich bei der Stichwahl aufbauen kann. Jetzt gilt es diese Wähler noch einmal zu mobilisieren und wenn jeder zweite noch jemanden mitbringt, ist das Bürgerquorum geschafft. Ich hoffe, es entscheiden sich auch noch Bürger für mich, die beim ersten Wahlgang einem anderen Kandidaten ihre Stimme gegeben haben.

Nennen Sie drei Ziele, die Sie im Fall Ihrer Wahl als künftige Landrätin innerhalb einer Amtszeit unbedingt erreichen möchten?

Erstens möchte ich, dass Familien und junge Menschen hier in Teltow-Fläming ihre Perspektive sehen. Das verbindet sich zuallererst mit guter Arbeit und gutem Einkommen. Im industriell geprägten Norden sehe ich gute Chancen für neue Ansiedlungen und Arbeitsplätze. Die Klein- und Mittelständler sowie das Landgewerbe sind im Kreis ein stabiler Faktor, den ich besonders pflegen werde. Im Süden sind es Landwirtschaft und Tourismus. Sie bekommen alle Unterstützung bei der Vermarktung und beim Zugang zu Fördermitteln, mit kurzen Entscheidungswegen und –fristen.

Zweitens: Den Haushalt mit sozialem Augenmaß konsolidieren, um so die Handlungsspielräume des Landreises, gerade auch für die sogenannten freiwilligen Aufgaben wie Kinder, Jugend, Kultur und Sport, zu sichern.

Drittens: Eine deutliche Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern. Durch eine größere Transparenz und Offenheit schon bei der Vorbereitung von Entscheidungen, möchte ich sie und die Bürger des Landkreises motivieren, sich in die Kreispolitik einzumischen. Ganz konkret werde ich für die Fragen der Bürger ein Bürgerportal bei der Landrätin einrichten.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung für den künftigen Amtsinhaber?

In die grundlegenden Entscheidungen müssen möglichst viele eingebunden sein und diese mittragen. Das verlangt Geduld, aber vor allem Offenheit für Ideen. Das Haushaltsdefizit ist dabei eine ständige Bürde, darf aber nicht zum beschränkten Denken nach Haushaltsjahren führen.

Was wäre im Erfolgsfall Ihre erste Amtshandlung?

Eine Mitarbeitervollversammlung. Wir brauchen ein neues vertrauensvolles Miteinander. Beschäftigte der Verwaltung möchte ich viel stärker in Entscheidungsprozesse einbeziehen.

Wie würden Sie es finden, wenn mangels Wahlbeteiligung am Ende der Kreistag den künftigen Landrat wählt?

Ich kämpfe dafür, dass die Bürger es selbst entscheiden, also zur Stichwahl gehen. Das wäre auch ein konsequenter Neuanfang und nicht wie bisher durch die Wahl im Kreistag.

Es heißt zwar, Eigenlob stinkt, aber Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk, also, frei heraus: Warum sollten die Leute Sie wählen?

Das Landratsamt erfordert starken persönlichen Einsatz und Kompetenz. Dies kann und möchte ich einbringen. Mit 23 Jahren Kommunalarbeit bin ich erfahren genug. Ich habe im Land, in meiner Stadt und im Kreis zunehmend mehr Verantwortung übernommen. Ich bin mit Leidenschaft Politikerin. Dabei habe ich nie das Gefühl für die Sorgen, Nöte aber auch Freuden der Menschen in meinem Heimatkreis verloren. Eine durch die Bürgerinnen und Bürger direkt gewählte Landrätin kann mit einem viel stärkeren demokratischen Rückhalt die großen Aufgaben lösen, die vor uns stehen.

Erschienen im Wochenspiegel am 10. April 2013