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"Jugendarbeit im Landkreis" - die Falken luden im KLAB zum Gespräch

Jugendorganisation hatte zur Diskussionsrunde mit den Landratskandidaten nach Luckenwalde eingeladen.

Kornelia Wehlan war natürlich gern der Einladung der Falken in den Luckenwalder KLAB gefolgt und stellte dort ihre Gedanken und Ideen zur Jugendarbeit im Landkreis unter einer Landrätin von den LINKEN vor.

Was spricht für die Wahl Kornelia Wehlans? Für sie sind freiwillige Leistungen der öffentlichen Hand, also z. B. auch solche der Jugendarbeit, eher pflichtig als freiwillig. Es gilt zu gestalten und nicht nur zu verwalten. Jugendpolitik beinhaltet viel mehr, als nur den Titel "Jugendamt" im Haushaltsplan des Landkreises. So gehören für Kornelia Wehlan auch die im Bereich "Kultur" angesiedelte Fahrbibliothek des Kreises dazu, ebenso eine kostenlose Schülerbeförderung zur Sicherung von Gleichheit bei Bildungschancen für alle Kinder und Jugendliche.

Aber auch der Erhalt und die aktive Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen ist in der Spitze der Kreisverwaltung zu forcieren - denn gerade diese Unternehmen bieten vor Ort den Jugendlichen eine Ausbildungsperspektive und verhindern den Wegzug junger Leute. Hier gilt es bei der Einwerbung von Fördermitteln bei Land, Bund und EU auch die Kreisverwaltung zu motivieren und nach den drei langen Jahren der Unsicherheiten aufgrund der Ermittlungen gegen den alten Landrat wieder nach vorn zu blicken.

Kornelia Wehlan machte deutlich, dass in ihren Augen eigentlich jede Schule einen Sozialarbeiter bräuchte, problematisch hier jedoch die Finanzierung ist - denn am Ende bilden sich alle Ansprüche und Wünsche nur in Euros ab. Als wichtige Punkte für eine funktionierende Jugendarbeit nannte Wehlan das Vorhandensein eines Sozialarbeiters, eines Trägers für die Jugendarbeit, eine in die Arbeit eingebundene Kommune und selbstverständlich auch brauchbare Räumlichkeiten. Hier muss der Landkreis im Besonderen auf seine Ausgleichsfunktion zwischen den Kommunen achten, das vorhandene Nord-Süd-Gefälle darf nicht weiter vertieft werden. Jugendarbeit darf nicht nur in den reicheren (Nord-) Kommunen stattfinden, sondern muss auch im ländlichen Raum (Süden des Landkreises) weiterhin gesichert und möglich sein. Hier nannte Kornelia Wehlan als unterstützende Maßnahme explizit die Übernahme der Betriebs- und Sachkosten durch den Landkreis.

Nach ihren Vorstellungen zur offenen Jugendarbeit, wie sie bspw. im KLAB stattfindet, gefragt, schilderte die Kandidatin der LINKEN ihre eigene Wahrnehmung: Projektarbeit muss von den Kindern selbst gewollt sein, sie kann nicht von oben verordnet werden. Sie soll personell begleitet werden und auch der Konfliktprävention dienen. Der Austausch mit anderen Einrichtungen sei wichtig, Einzelkämpfer soll es nicht geben. Eine Herausforderung ist auch in Wehlans Augen der ständige Generationenwechsel in den Einrichtungen, der von den Jugendkoordinatoren ein Höchstmaß an Gruppengestaltungen und pädagogischen Anbindungen abverlangt. Gerade hier muss auch die Fachanbindung an das kreisliche Jugendamt gesichert und verlässlich sein. Kornelia Wehlan appellierte ausdrücklich, auf Probleme aufmerksam zu machen. Klar ist jedoch auch eines: Personalzuwächse kann keiner versprechen, der Landkreis kann nicht ausgleichen, was eine Kommune bei sich vor Ort nicht leistet. Kommunale Aufgaben sind auch durch diese wahrzunehmen!

Abschließend antwortete Kornelia Wehlan noch auf die Frage, was sich in der Jugendarbeit unter einer Landrätin von den LINKEN ändern bzw. tun würde. Hier stellt die Kandidatin klar, dass es mit ihr keine pauschale Streichorgie, wie im PwC-Gutachten für die Kreisverwaltung empfohlen, geben wird. Die Teilhabe von allen Kindern und Jugendlichen am gesellschaftlichen Leben ist für Wehlan wichtig - sei es nun mit Hilfe der Fahrbibliothek, kostenloser Schülerbeförderung, den Angeboten in der Volkshochschule oder auch der Kreismusikschule. Hier gilt es mit sozialem Augenmaß zu handeln. Die Kultur- und Sportförderung ist zu sichern, die freiwilligen finanziellen Leistungen des Kreises dienen ebenso der Jugendprävention. Projekte für Schulabbrecher und für den Erwerb von Bildungsabschlüssen müssen weiter möglich sein, denn eines darf man nicht vergessen: Die Streichung all dieser Leistungen wäre als Beitrag für den Schuldenabbau des Landkreises nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Kosten für Sozialhilfen etc. sind weit höher.

Text und Fotos: Felix Thier