Kinderärztliche Versorgung in den Mittelzentren Jüterbog/Luckenwalde: "Runder Tisch" auf Initiative der Landrätin suchte Möglichkeiten zur Lösung eines drängenden Problems
Ein „Runder Tisch zur kinderärztlichen Versorgung“ in den Mittelzentren Luckenwalde/Jüterbog und für den strukturschwächeren Süden des Landkreises Teltow-Fläming fand am 31. Juli 2025 im Kreishaus Luckenwalde auf Einladung von Landrätin Kornelia Wehlan (Die Linke) statt. Alle 24 Teilnehmenden begrüßten diese Initiative und lobten das Format, weil es die unterschiedlichen verantwortlichen und betroffenen Ebenen zusammenbrachte und eine sachliche, lösungsorientierte Diskussion ermöglichte. An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin Brandenburg, der KMG-Kliniken, des MVZ Luckenwalde und des Gesundheitsamtes Teltow-Fläming teil. Die betroffenen Kommunen wurden von ihren Hauptverwaltungsbeamten, den Vorsitzenden der Kommunalparlamente und deren Gesundheitsausschüssen vertreten.
Ergebnisse
Festgestellt wurde, dass Kinderärzte „Goldstaub“ sind und allerorts gesucht werden. Trotz bereits erfolgter Ausschreibungsveröffentlichung wird die erneute Ansiedlung von drei Kinderärzten nicht kurzfristig erfolgen können. Deshalb wurde vereinbart:
- Die KVBB wird flankierend zur Ausschreibung eine gezielte Werbekampagne in Berlin und Brandenburg durchführen, um Kinderärztinnen und -ärzte für die Mittelzentrumsregion Luckenwalde/Jüterbog direkt anzusprechen.
- Um gut durch die erfahrungsgemäß infektionsreichere Jahreszeit (Herbst, Winter, Frühling) zu kommen, ist ein zusätzliches Angebot von Akutsprechstunden notwendig. Dazu wird die Landrätin im September zu einer weiteren Gesprächsrunde einladen, um sich gemeinsam mit Haus- und Fachärzten vor Ort über dieses Thema zu verständigen.
- Das KMG-Klinikum Luckenwalde wird für die Akutbehandlung auch weiterhin in besonderer Weise mit der kindermedizinischen Einrichtung im Krankenhaus verantwortlich zeichnen. Die Notaufnahme im Luckenwalder Krankenhaus steht allen schwer erkrankten Akutpatienten zur Verfügung, darf aber nicht wegen „Kleinigkeiten“ überrannt werden.
- Für die Akutsprechstunden ist eine Baumaßnahme zur Erweiterung der Praxisräume des MVZ in Luckenwalde erforderlich. Die Landrätin wurde gebeten, dass der entsprechende Bauantrag zügig bearbeitet wird. Das wurde umgehend veranlasst und prioritär gestellt.
- In den Kommunen wird geprüft, welche Anreize potenziellen Interessierten Ärztinnen und Ärzten angeboten werden können (z. B. Unterstützung bei Wohn- und Praxisräumen, der Grundstückssuche, der Kinderbetreuung usw.). Diese Pluspunkte sollen zukünftig stärker auf der Internetseite der KVBB „Ort sucht Arzt“ vermarktet werden.
- Mittel- und längerfristig sollen Stipendiaten für ein „Landarztstudium“ gezielt für den Landkreis Teltow-Fläming gewonnen werden – wie auch interessierte Fach- sowie Hausärzte für die Weiterbildung in der Kinderheilkunde.
Anlass des Runden Tisches
Anlass der Zusammenkunft war die absehbare Krise in der kinderärztlichen Versorgung des südlichen Landkreises Teltow-Fläming. Hier werden bis Ende des Jahres drei von vier bestehenden Kinderarztpraxen geschlossen, ohne dass die weitere Versorgung im Regionalbereich gesichert ist. Allein in Jüterbog und Luckenwalde werden rund 1.500 Kinder von den Praxisschließungen betroffen sein und keinen Kinderarzt mehr haben. Das wiegt umso schwerer, da eine ganze Region – der strukturschwächere Süden des Landkreises – betroffen ist.
