"Ringen ist ehrlich" - Olympia kann es nicht ohne diesen Sport geben!
Gespräche im Luckenwalder Leistungsstützpunkt zur Unterstützung der Ringen-Kampagne zum Erhalt des Sports als olympische Sportart.
Auf Einladung von Kornelia Wehlan waren an diesem Freitagnachmittag der Brandenburger Justizminister, Dr. Volkmar Schöneburg, und ihr Fraktionskollege aus dem Landtag, der Sprecher für Sport- und Kulturpolitik, Dieter Groß, im Luckenwalder Leistungsstützpunkt der Ringer zu einem Gespräch anwesend. Thema war die geplante Streichung der Sportart Ringen aus dem olympischen Programm.
Wenige Tage, nachdem der Luckenwalder Oberschule Friedrich-Ludwig-Jahn der Titel "Eliteschule des Sports" offiziell verliehen wurde, kam der Hammer in den Nachrichten: Ringen soll als olympische Sportart gestrichen werden. Die Schülerinnen und Schüler, die Lehrer und auch die breite Öffentlichkeit reagierten mit Unverständnis und Entsetzen, Traurigkeit machte sich besonders bei den betroffenen Sportlerinnen und Sportlern breit. Gerade sie fragen sich nun, was es noch für eine Motivation geben soll, wie zukünftige Förderungen für eine nicht mehr olympische Sportart aussehen sollen. Den Vorwurf, Ringen sei nicht mehr attraktiv genug, kann man nicht nachvollziehen. Ringen vermittelt Werte und Fairness, beim Kämpfen zählen mehr die Technik und Siege werden weniger durch Kraft erreicht.
Ringen und Luckenwalde gehören zusammen und sind als solche weltbekannt! Unzählige internationale Erfolge deutscher Ringer sind mit dem Namen Luckenwalde verbunden. Die Bedeutung des Ringens ist immens groß und wichtig für die Begeisterung für den Sport. Über 500 Ringer sind in unserer Region aktiv, was bliebe davon ohne Olympia übrig? In der Luckenwalder Oberschule gibt es gegenwärtig 65 Ringer, angefangen in der 7. Klasse. Am Oberstufenzentrum sind weitere zwölf Ringkampfsportler anzutreffen.
Für die Stadt Luckenwalde bedeutet der Ringerstandort ein Zuschussgeschäft von 40.000 Euro pro Jahr, Betriebskosten in ähnlicher Größenordnung kommen noch hinzu. Defizite sind auch bei der Ausfinanzierung des Schulstandortes und des Wohnheimes des Internats zu verzeichnen. Im Wohnheim sind Ringer untergebracht, die nicht aus der Region kommen, also von außerhalb Brandenburgs stammen. Problematisch ist hier, dass durch die "entsendenden" Bundesländer, größtenteils die neuen Länder, kein Lastenausgleich erfolgt, diese Länder also die durch "ihre" Schülerinnen und Schüler anfallenden Kosten nicht erstatten. Hier entsteht ein weiteres Defizit in Höhe von rund 50.000 Euro pro Jahr.
Kornelia Wehlan betonte, dass sich Streichungen bei diesen städtischen Zuschüssen im Luckenwalder Haushalt verbieten, erst recht in der momentanen Diskussion um den Ringkampfsport. Es existieren in Brandenburg nur vier Eliteschulen des Sports und so ist es notwendig, zur "Füllung" der Plätze auch Schüler von außerhalb aufzunehmen. Ein finanzieller Ausgleich ist aber wichtig. Dies ist Aufgabe der zuständigen Sportminister der Länder, hier sind endlich Klärungen zu erreichen.
Zur Situation im Ringen konnte Kornelia Wehlan darauf verweisen, dass der Landtag auf Initiative des zuständigen Ausschusses einstimmig den Erhalt des Ringens im olympischen Programm fordert.
Minister Schöneburg konnte noch ergänzen, dass das Thema im Kabinett bei allen Ministerinnen und Ministern auf große Einigkeit stieß und der Einsatz für die Sportart auf allen Ebenen zu sichern ist. Die Streichung dieser Ursportart konnte auch er nicht nachvollziehen und sieht bei Olympia immer mehr nur noch den Kommerz im Vordergrund stehen. Wo bleibt dabei jedoch der olympische Gedanke? Er begrüßte bei allen Verfechtern das große Engagement und begrüßte das gemeinsame An-Einem-Strang-Ziehen. Hier kommen sogar der Iran und die USA auf einer Seite zusammen. Eine weltweite Unterstützungsbewegung ist somit gesichert.
Es gilt also weiterhin, sich für das Ringen einzusetzen. Kornelia Wehlan und ihre Gäste taten an diesem Tag das ihrige und spendeten für die Nachwuchsförderung der Ringer 150 Euro.
Text und Fotos: Felix Thier
