Schwarz-Malerei hilft nicht weiter und wird dem Thema nicht gerecht
Zum Vorwurf der Oppositionsparteien, wonach LINKE-Politiker DDR-Unrecht in der Landwirtschaft relativieren würden, erklären die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kornelia Wehlan und der agrarpolitische Sprecher Michael-Egidius Luthardt:
Zum Vorwurf der Oppositionsparteien, wonach LINKE-Politiker DDR-Unrecht in der Landwirtschaft relativieren würden, erklären die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kornelia Wehlan und der agrarpolitische Sprecher Michael-Egidius Luthardt:
Es ist richtig, dass der Prozess zur Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR von Oben verordnet wurde. In den meisten Fällen konnte von Freiwilligkeit keine Rede sein und es gab Repressalien gegen sich zur Wehr setzende Bauern. Das wurde auf mehreren Veranstaltungen der PDS und der LINKEN - jüngst am 24. April in Kyritz - immer wieder deutlich gemacht.
Wer aber nur diese Seite betrachtet, malt schwarz und verkennt, dass nach der Bodenreform von 1945/46 und der Wiederherstellung der Produktionsgrundlagen der Landwirtschaft auch in der DDR eine Modernisierung anstand. Die SED vertrat den Standpunkt: Arbeiter und Bauern sollten gemeinsam die maschinelle Großproduktion in der Landwirtschaft gestalten, genossenschaftliche Betriebe den Bauern eine Zukunft sichern.
Noch heute wirtschaften viele Agrarbetriebe und Genossenschaften, die aus den LPG´s hervor gegangen sind, sehr erfolgreich. Das Nebeneinander von kleinen und großen landwirtschaftlichen Betrieben macht die Agrarwirtschaft in Brandenburg so leistungsstark. Das sollte nicht zerredet werden. Dafür steht DIE LINKE und Rot-Rot in Brandenburg.
Im Buch "Junkerland in Bauernhand" des Verlages edition ost aus dem Jahr 2005 antwortete der frühere CDU Ministerpräsident Lothar de Maizière, auf die Frage des Bodenentzugs: "Ich glaube, daß deutlich gemacht werden muss, daß man in landwirtschaftlichen Strukturen denkt, so wie sie in der alten Bundesrepublik in den letzten 45 Jahren sich entwickelt haben und die kaum verändert worden sind. Man versucht nun diese Strukturen, wie sie nun im Süden oder Südwesten Deutschlands üblich sind, zu übertragen. Das ist aber absolut ahistorisch. Brandenburg wird seit dem 30-jährigen Krieg nicht mehr in kleinbäuerlichen Wirtschaften bewirtschaftet, sondern eben in Großflächen. Das machen unsere "besonders wertvollen Böden" mit Bodenwertzahlen um 20 bis 25 notwendig. Es gibt auch welche mit 30. Ein Kartoffelschlag muß bis zum Horizont reichen, damit überhaupt mit Erfolg gewirtschaftet werden kann."
DIE LINKE ist für Geschichtsaufarbeitung, aber nicht einseitig und um Geschichte zu restaurieren. "Wer Geschichte restaurieren will, wird wahrscheinlich eine Bruchlandung erleben." Lothar de Maizière ebenda.
