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Streikende Milcherzeuger haben unsere Solidarität

Zum Milchboykott der Landwirte erklärt die Sprecherin für Agrarpolitik und Ländliche Entwicklung Kornelia Wehlan:

Zum Milchboykott der Landwirte erklärt die Sprecherin für Agrarpolitik und Ländliche Entwicklung Kornelia Wehlan:

Diese Solidarität mit den Landwirten ist dringend geboten,um ihre Forderungen und damit die Zukunft der Milchproduktion zu sichern. Der Lieferboykott zeigt die Dramatik der Situation der Milchbäuerinnen und -bauern, denn kein Milchproduzent geht gern so mit seinen Erzeugnissen um und gefährdet damit auch noch seine eigene Existenz. Hier ist die Politik gefordert, für faire und verlässliche Rahmenbedingungen zu sorgen. Diese sind gerade für die Produktion, die Verarbeitung und den Handel mit Lebensmitteln wichtig.

Mit der Anhebung der Milchquote um 2 Prozent vor wenigen Monaten angesichts zum damaligen Zeitpunkt sich günstig entwickelnder Milchpreise wurde das falsche Signal gesetzt. Zahlreiche kleine Erzeuger und die auf schlechten Standorten produzierenden Brandenburger Milchbauern sind dadurch einem noch viel stärkeren Wettbewerbsdruck ausgesetzt. DIE LINKE hatte davor gewarnt: "Fakt ist, dass mit der jetzigen kurzfristigen Erhöhung der Quote einseitig die Position des Handels gestärkt wird. Die Milchpreise, die zuletzt um bis zu 30 Prozent gestiegen waren, werden wieder fallen." (Presseerklärung v. 19. März 2008)

Niedrige Preise freuen zwar den Verbraucher, können aber nicht Maßstab für eine sachgerechte Preisbildung sein. Den Landwirten muss ein Einkommen sicher sein, das dem Wert ihrer Arbeit und ihrer Produkte entspricht. Dabei sind die gestiegenen Energie- und Futtermittelkosten einzurechnen. DIE LINKE fordert daher ein Begleitprogramm für benachteiligte Betriebe und Regionen zur Sicherung einer flächendeckenden Milcherzeugung. Die Wirkung der Milchquote muss so gesteuert werden, dass sie einerseits nicht zum Produktionshemmnis wird und andererseits auch kleineren Betrieben eine Chance auf Absatz ihrer Produkte zu reellen Preisen gibt.

Nachdem die Garantiepreise weggefallen sind, gilt es, die Preisentwicklung sorgsam zu beobachten.