Tag drei der Landtour
Heute ging die Landtour von Oehna über Langenlipsdorf nach Welsickendorf. In Oehna angekommen, wurde die Tasche geschultert und ab ging’s durchs Dorf. Beim Gasthof Witte war der Hofgarten schon geöffnet. Günstig am Skater-Rundkurs gelegen wartete man bereits auf die ersten Gäste. In diesem Jahr sind es weniger, wie die Chefin sagte, vielleicht die lange Regenzeit, die doch stärker in sicher warme Urlaubsgebiete treibt.
Heute ging die Landtour von Oehna über Langenlipsdorf nach Welsickendorf. In Oehna angekommen, wurde die Tasche geschultert und ab ging’s durchs Dorf. Beim Gasthof Witte war der Hofgarten schon geöffnet. Günstig am Skater-Rundkurs gelegen wartete man bereits auf die ersten Gäste. In diesem Jahr sind es weniger, wie die Chefin sagte, vielleicht die lange Regenzeit, die doch stärker in sicher warme Urlaubsgebiete treibt.
Gegenüber bei der „Firma sausetritt“, werden Liegeräder zur Ausleihe angeboten. „Vier Jahre muss man in dieser neuen Branche durchhalten, dann müsste es sich aber langsam tragen“, so Herr Stahlberg. Er erzählte über die großen Anstrengungen die gemeinsam im Dorf unternommen werden, um zu werben und sich gemeinsam besser zu vermarkten. Bildhauer, Grafiker, Pensionen, Gaststätte, das Freibad, der Bahnhof – all das ist gut, um Touristen nach Oehna zu locken. Neun Werberäder sollen eigens dazu aufgestellt werden.
Von Oehna geht’s nach Langenlipsdorf zu Sik-Holz. Seit 25 Jahren besteht der Betrieb, hat 200 Mitarbeiter und stellt Spielgeräte aus Rubinienholz her und das für Spielplätze auf der ganzen Welt. Auch heute waren Kunden aus Frankreich da. Noch ein kleiner Imbiss in der Kantine und ein Schwätzchen mit der Chefin, die schon seit 18 Jahren dort arbeitet. Dann ging es weiter durchs Dorf.
Hier hielt schon ein älterer Herr mit Moped nach uns Ausschau. Schnell waren wir im Gespräch und er lud uns in sein Traditionszimmer ein. Hier erschloss sich ein Bild aus längst vergangener Zeit. Alte Urkunden und Bilder, Uniformen, Wanderfahnen, Brigadebücher … "Zukunft braucht Geschichte", waren seine Worte. Wir können doch nicht alles auf den Müll schmeißen.
Gleich nebenan ist ein Bauunternehmen, das sich auch schon viele Jahre am Markt behauptet und wichtiger Arbeitgeber aber auch Sponsor für Kultur und Sport in der Region ist. Bauunternehmer und Obermeister der Innung, Bernd Dieske, informierte über eine gute Auftragslage in diesem Jahr. „Wir zahlen einen Mindestlohn von 10,25 Euro – sind also besser als das Brandenburger Vergabegesetz“, so seine Worte. Probleme hat er mit Firmen, die über Werksverträge Ausschreibungsbedingungen unterbieten. Er würde sich hier ein schärferes Hinsehen von den Kommunen wünschen. Letztlich bleibt das Geld doch in der Region, wenn ich meine Arbeiter ordentlich entlohne und davon hat dann jeder was.
Von Langenlipsdorf ging es weiter nach Welsickendorf. Der LKW- und der Autoverkehr auf der Bundesstraße teilt das Dorf. Die Fahrzeugbelastung ist schon sehr hoch, erfahren wir von Familie Winzer. Aber dann sind wir ganz schnell bei den landwirtschaftlichen Themen, den aktuellen und für die örtliche Agrargesellschaft guten hohen Kartoffelpreisen, den Düngungsfragen heute und damals und der EU-Förderperiode. Herr Winzer war ein anerkannter Kartoffelspezialist und ich spürte schnell die alte Leidenschaft. Mit seinem Sohn und seiner Schwiegertochter habe ich in Cottbus studiert – unsere Jungs bekamen wir während des Studiums. Nun, keiner der Kinder hat einen Landwirtschaftsberuf ergriffen. Ja, die Fachkräftesicherung ist ein wichtiges Thema und besonders für den ländlichen Raum. Und so mancher Bauernhof wird nur noch allein bewirtschaftet - oder steht bereits leer.
Kornelia Wehlan
