Transparenz muss her - überall
Zu den Veröffentlichungen über Empfänger von EU-Agrarmitteln, erklärt die Sprecherin für Agrarpolitik und ländliche Entwicklung, Kornelia Wahlan:
Zu den Veröffentlichungen über Empfänger von EU-Agrarmitteln, erklärt die Sprecherin für Agrarpolitik und ländliche Entwicklung, Kornelia Wahlan:
DIE LINKE begrüßt die Umsetzung der EU-Vorgaben für mehr Transparenz bei der Vergabe von EU-Mitteln im Agrarsektor. Diese klare Arbeitsweise sollte auch für alle anderen Bereiche, wie beispielsweise beim Einsatz öffentlicher Mittel für die Großindustrie, gelten. Letztendlich geht es um den sorgsamen Umgang mit Steuergeldern. Darüber Bescheid zu wissen, haben auch Bürgerinnen und Bürger das Recht.
Mit den Direktzahlungen für die Landwirtschaft werden im ländlichen Raum Arbeit und Einkommen gesichert. Ohne diese Mittel wäre landwirtschaftliche Produktion und damit der Erhalt der Kulturlandschaften in Brandenburg nicht möglich. Aufgrund der natürlichen Standortbedingungen kann in anderen Regionen Europas und der Welt weit kostengünstiger produziert werden. Ein Indiz dafür ist, dass die Einkommen in der Brandenburger Landwirtschaft immer noch bis zu 30 Prozent unter den Einkommen vergleichbarer produzierender Gewerbe liegen.
Die großen Agrarbetriebe in Brandenburg - und damit die größten Zahlungsempfänger von Direktzahlungen - bewirtschaften 50 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen des Landes und beschäftigen 41 Prozent der in der landwirtschaftlichen Primärproduktion tätigen Arbeitskräfte. Außerdem halten diese Betriebe 60 Prozent des Mutterkuhbestandes. Wer das bei der Diskussion über die Agrarsubventionen aus den Augen verliert, wirkt strukturpolitisch fahrlässig, denn Land- und Forstwirtschaft bilden das Rückgrat im ländlichen Raum Brandenburgs.
